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Bernini

Gian Lorenzo Bernini

* 1598 in Neapel, † 1680 in Rom

Der italienische Maler, Architekt und Bildhauer Gian Lorenzo Bernini erhielt seine ersten Lektionen in Bildhauerei von seinem Vater Pietro, einem eher mittelmäßigen Künstler.

Schon die ersten Werke von Gian Lorenzo zeugen von seinem außergewöhnlichen Talent. Sein „David im Kampf gegen Goliath“, den er angeblich als 15-Jähriger schuf, beweist die Genauigkeit seiner Beobachtung und seinen sicheren Geschmack. Kardinal Barberini, sein wichtigster Förderer, der 1623 als Urban VIII. zum Papst gewählt wurde, betraute den jungen Bildhauer mit der Ausgestaltung des Petersdoms in Rom.

Als erstes machte sich Bernini an den Bau des „Baldachins“ (Zierdach) über dem Petrusgrab, den er aus vergoldeter Bronze anfertigte. Als nächstes folgten die Nischen in den vier das Gewölbe stützenden Säulen, die er mit vier Statuen schmückte. Eine davon, der „Heilige Longinus“, ist ein Selbstbildnis. Im Anschluss daran baute Bernini den „Palazzo Barberini“, eines der schönsten zeitgenössischen Gebäude in Rom. Weniger glücklich verlief ein weiteres Projekt, die Vollendung der Fassade des Petersdoms, die nach den Skizzen von Carlo Madema mit zwei Glockentürmen verziert werden sollte. Einer der Türme stürzte ein, als ein Teil des als Fundament dienenden Portals gleich an mehreren Stellen brach. Die Türme waren nicht mehr zu retten. Dieses Unglück stachelte Berninis Ehrgeiz nur noch mehr an. In der Folgezeit vollendete er die Entwürfe für die Kapelle des Kardinals Cornaro in der Kirche „Santa Maria della Vittoria“, in der er die berühmte Gruppe der „Verzückung der Heiligen Teresa“ aufstellte.
Papst Alexander VII. erteilte ihm den Auftrag zur Dekoration der Kolonnaden am Petersplatz. Nach dem „Baldachin“ ist der darauf folgende Thron von St. Petrus („Kathedra Petri“) sein bedeutendstes Werk in vergoldeter Bronze. Sein am wenigsten erfolgreichstes Werk war die große Treppe des Vatikans, die allerdings auf einem schwierigen Fundament errichtet werden musste. Berninis zahlreiche Arbeiten verbreiteten seinen Ruf in ganz Europa.

Der Sonnenkönig Ludwig XIV. beauftragte seinen Minister Colbert, Bernini nach Paris zu holen, damit er dort die Arbeiten am „Louvre“ zu Ende führe. Die Pläne, die dieser für den „Louvre“ vorschlug, enthielten die komplette Zerstörung der bereits ausgeführten Bauarbeiten – ganz entgegen Colberts Wünschen. Dennoch wurde der Grundstein für den Neubau anlässlich einer feierlichen Zeremonie am 17. Oktober 1665 gelegt. Bernini fühlte sich jedoch unbehaglich und wünschte abzureisen, weshalb die Konstruktion der Fassade an seiner Stelle Claude Perrault übertragen wurde.

Berninis späte Werke werden allesamt überschattet von der Grandiosität dessen, was er für den Petersdom in Rom geschaffen hatte, in den Arbeiten, in denen Skulptur und Architektur fließend ineinander übergehen. Die einzigen herausragenden Werke sind die Gruppe „Habakuk und der Engel“ in der „Chigi“-Kapelle der Kirche „Santa Maria del Popolo“ in Rom (1655 – 1661) sowie das Grabmal der „Seligen Ludovica Albertoni“ (um 1671) in der „Altieri“-Kapelle in der Kirche „San Francesco a Ripa“.

In die Elogen (Lobreden), die Bernini von seinen Zeitgenossen erhielt, haben die nachfolgenden Generationen nicht eingestimmt. Die Kritiker haben immer und immer wieder ungnädig auf seine Fehler hingewiesen und ihm auch vorgeworfen, er hätte Michelangelo kopiert, statt sich an seine eigenen positiven Qualitäten zu erinnern. Immerhin arbeitete dieser außergewöhnliche Künstler für acht verschiedene Päpste und galt bis zu seinem Todestag als einer der größten Meister der europäischen Kunst.