Ernst Barlach wurde am 2. Januar 1870 in Wedel in Holstein geboren und galt als ein bekannter deutscher Schriftsteller, Bildhauer und Zeichner, der besondere Bekanntheit für seine Bronzen und seine Holzplastiken erlangte.
Er wurde als erster Sohn von dem Arzt Georg Gottlieb Barlach und dessen Ehefrau Johanna Louise geboren und hatte noch drei jüngere Brüder. Schon in früher Kindheit, die Barlach zu einem großen Teil in Ratzeburg verbrachte, wurde sein Talent für bildnerische und sprachliche Gestaltung erkannt und gefördert. Er studierte von 1888 bis 1891 an der Kunstgewerbeschule Hamburg das Fach Kunst. Im Anschluss an sein Studium in Hamburg ging er nach Dresden, wo er bis 1895 an der Kunstakademie als Meisterschüler von Robert Diez (* 20. April 1844 in Pößneck; † 7. Oktober 1922 in Loschwitz) lernte.
Sein Studium in Dresden beendete Barlach mit seiner Abschlussarbeit „Die Krautpflückerin“.
An seinen Aufenthalt in der sächsischen Landeshauptstadt schloss er einen zweijährigen Aufenthalt in Paris an, wo er sich der Schriftstellerei widmete. Seit dem Jahr 1897 war er als freischaffender Künstler tätig. Im Jahr 1901 ging er zurück nach Wedel, vier Jahre später arbeitete er dann für sechs Monate als Lehrer im Westerwald. Seine Reise nach Russland in 1906 sollte seine Skulpturen zukünftig beeinflussen. Sowohl seine persönlichen Eindrücke als auch die Traditionen Russlands und die russische Volkskunst wirkten auf seine Skulpturen und sein künstlerisches Schaffen ein.
Sein Privatleben sollte in den kommenden zwei Jahren von einem Sorgerechtsstreit um seinen im Jahr 1906 geborenen Sohn bestimmt werden. Während dieser Zeit stellte der Künstler seine Werke im Frühjahrssalon der Berliner Secession aus. Ab dem Jahre 1910 nahm Barlach dann regelmäßig an Ausstellungen der Berliner Secession teil; zu dieser Zeit lebte er in Güstrow (Mecklenburg), wo eine Vielzahl seiner Hauptwerke entstand.
Nachdem er 1915 zum Landsturm einberufen wurde, beschäftigte sich der Künstler mit dem Thema Krieg, beziehungsweise mit dem Erlebnis Krieg. Die frühen Arbeiten des Künstlers thematisierten schon oftmals den Menschen und seine Lebensbedingungen. Die Folgejahre des deutschen Künstlers waren von der Erschaffung zahlreicher Skulpturen geprägt. Zu den bekannten Werken des Bildhauers gehören „Der Bettler“ (1930), „Der singende Mann“ (1928), „Geistkämpfer“ (1928) oder „Der Berserker“ (1910).
Zahlreiche Werke von Ernst Barlach werden durch die Ernst-Barlach-Stiftung, die den Nachlass des Künstlers verwaltet, bewahrt und museal für die Öffentlichkeit aufbereitet. Ein erstes Barlach-Museum wurde im Jahr 1953 in der Güstrower Gertrudenkapelle eröffnet. Weitere Museen und Gedenkstätten folgten in Ratzeburg, Hamburg und in Güstrow, wo sein Geburtshaus das Ernst-Barlach-Museum beherbergt. Seine Arbeiten werden heute zwischen Realismus und Expressionismus angesiedelt und tragen eine vielseitige künstlerische Handschrift, die auch sein literarisches Werk beeinflusste. Erforscht und betreut wird dieses Werk seit 1949 von der Ernst Barlach Gesellschaft in Hamburg.