Michelangelo Buonarroti, dessen vollständiger Name Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni lautete, wurde am 6. März 1475 in Caprese in der Toskana geboren. Michelangelo gilt als wichtigster Repräsentant der italienischen Hochrenaissance und war als Dichter, Architekt, Maler und Bildhauer tätig.
Sein Vater war Lodovico di Leonardo Buonarroti Simoni, gegen dessen Wunsch Michelangelo Künstler werden wollte. Seine Mutter verlor er im Alter von sechs Jahren; sein Vater heiratete 1485 in zweiter Ehe Lucrezia Ubaldini.
Obwohl der Vater den Wunsch des Sohnes, eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen, zu Beginn nicht akzeptieren wollte, gab er diesem später nach und ließ den Sohn diese Karriere aufnehmen. Im Alter von dreizehn Jahren wurde Michelangelo Assistent von Domenico Ghirlandaio (*1449 in Florenz; † 1494 ebenda), bei dem er die Freskokunst studierte. Weiterhin lernte er, wie alle Florentiner Künstler seiner Zeit, auch in der Kapelle von Santa Maria del Carmine. Trotz einer anfänglichen Zuwendung zur Malerei, näherte er sich schnell der Bildhauerei an. Michelangelo wurde noch vor Beendigung der Malerausbildung an die Bildhauerschule von Lorenzo de’ Medici (* 1. Januar 1449 in Florenz; † 9. April 1492 in der Villa Medici von Careggi) versetzt.
Nach drei Jahren Aufenthalt an der Schule verstarb sein Mäzen Lorenzo; Michelangelo setzte sich aufgrund der Geschehnisse an der Schule mit Freunden nach Bologna ab, wo der 20jährige von einem Mitglied der Familie Ulisse Aldrovandis aufgenommen wurde, das ihm zudem einen Auftrag für zwei Heiligenfiguren erteilte.
Allerdings scheiterte er bei diesem Auftrag und kehrte nach Hause zurück, wo er aber nach der Machtübernahme durch Girolamo Savonarola keine Aufträge mehr von der Stadtregierung bekam.
Von 1496 bis 1501 hielt er sich in Rom auf, da die Stadt Florenz von politischen Unruhen heimgesucht wurde. Zurück in Florenz bekam er von Kardinal Francesco Piccolomini den Auftrag eine Grabstätte in Siena mit Skulpturen auszuschmücken. Von den gewünschten 15 Figuren wurden nur vier ausgeführt.
Michelangelo nahm sich stattdessen der Fertigung des Davids an, welcher als eine seiner berühmtesten Skulpturen in die Kunstgeschichte eingehen sollte. Zur selben Zeit war er auch als Maler tätig, bis er im Jahr 1505 zurück nach Rom ging, wo er ein Jahr lang blieb. 1506 kehrte er nach Florenz zurück, blieb aber nicht lange, sondern begab sich zurück nach Rom, um die Sixtinische Kapelle mit Wand- und Deckenmalereien zu schmücken. Als diese Arbeit beendet war, nahm er die Arbeit an dem Grabmonument für Papst Julius II. wieder auf. Er verbrachte mehrere Jahre in Florenz, musste aber zurück nach Rom, um auf den Wunsch von Papst Clemens VII. die Frontwand des Altars der Sixtinischen Kapelle neu zu bemalen; diesen Auftrag in Rom erfüllte er in den Jahren 1534 bis 1541. Rom sollte auch sein letzter Aufenthaltsort werden; am 18. Februar 1564 verstarb Michelangelo in Rom.
Nach seiner Arbeit an der Sixtinischen Kapelle folgten „Der Sturz des Phaeton“ in der Galleria dell`Accademia in Venedig (1553), die Bauleitung des Petersdom in Rom (ab 1547) sowie die Fertigung der Skulpturen „Pietà Bandini“ (1547–1564), „Pietà Rondanini“ (1553–1564) und die nicht mehr erhaltene „Pietà Roma“ (1554-1564).