Der Maler, Bildhauer und Professor Albert Heinrich Hussmann wurde am 3. März 1874 in der
Gemeinde Lüdingworth, einem Stadtteil von Cuxhaven, geboren.
Hussmann absolvierte ein Studium an der Hochschule für bildende Künste in der Stadt Berlin,
welche im Jahre 1696 gegründet wurde und als die älteste Kunsthochschule Berlins gilt. Seit
2001 trägt die Institution den Namen Universität der Künste Berlin, ist in staatlicher Hand und
die kleinste staatlich geführte Universität in Berlin.
Hussmann spezialisierte sich während seines Studiums an der Berliner Hochschule für
bildende Künste schon frühzeitig auf die Darstellung von Reiter- und Pferdestatuen.
Heute gilt der Bildhauer als einer der bedeutendsten Tierbildhauer, die das 20. Jahrhundert
hervorbrachte.
Im Jahr 1914 erhielt der Künstler für eines seiner Reiterstandbilder die „Goldene Medaille
für Kunst“ von Kaiser Wilhelm II. (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn,
Niederlande) verliehen. Wilhelm II. war von 1888 bis zum Jahr 1918 der letzte Deutsche
Kaiser und der König Preußens.
Hussmann fertigte in seinem Atelier in Berlin zahlreiche bedeutende Kunstwerke, die
unter anderem von den Familien von Bohlen und Halbach und Krupp erworden wurden.
Die Familie von Bohlen und Halbach war ein deutsches Adelsgeschlecht und durch die
Kooperation mit der Familie Krupp zu einer bedeutenden Unternehmerfamilie avanciert.
Die Familie Krupp begründete eine Familiendynastie von zahlreichen Industriellen des
19. und auch des 20. Jahrhunderts.
Heute ist das Unternehmen, das 1999 mit der Thyssen
AG fusionierte, als ThyssenKrupp AG weltweit bekannt. Eine einst durch die Familie
Krupp von Hussmann erworbene lebensgroße Skulptur mit dem Titel „Weidendes Pferd“
steht auch heute noch im Park der berühmten Villa Hügel, dem ehemaligen Wohn- und
Repräsentationshaus der Familie Krupp, in Essen.
Professor Hussmann heiratete im Jahr 1911 seine Frau Wally, die nach seinem Tode
seine Statue „Vollblut“ an die Gemeinde Fürstenberg übergeben hatte. Die Gemeinde
Fürstenberg liegt im Süden von Niedersachsen an der Wese im Weserbergland und
in der Nähe von Holzminden und Höxter. In der Gemeinde Fürstenberg begann der
Bildhauer im fortgeschrittenen Alter von 70 Jahren zahlreiche kunstvolle Objekte für
die Porzellanmanufaktur der Stadt zu fertigen.
Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg
gilt als die zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands; sie wurde 1747 durch den
Hofjägermeister Johann Georg von Langen (*1699; † 1776) gegründet. Die lebensgroße
Pferdestatue „Vollblut“ steht heute am Hußmannplatz in Fürstenberg, wo sie der
Öffentlichkeit zugängig ist und an einen der größten Tierbildhauer der Geschichte erinnert.
Das Leben des wichtigen und bedeutenden Tierplastikers Professor Albert Heinrich
Hussmann endete am 15. November 1946 in Fürstenberg, wo er an den Folgen eines
Schlaganfalls verstarb.