Die Wiener Bronzen sind als die Renaissance der bemalten Miniaturen der Jahrhundertwende zu verstehen. Sie sind verspielte, skurrile und zum Teil märchenhafte Kleinplastiken der Jahrhundertwende. Die ersten und weniger aufwendige Exemplare wurden gegen Ende der Biedermeierzeit hergestellt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte man in Wien über 80 Betriebe, die sich mit der Herstellung dieser Bronzen beschäftigen.
Die Themenvielfalt der Wiener Bronzen reicht von Tier- über Menschen- bis hin zu den Eroticadarstellungen.
Die Erotica sind der Gruppe der Wiener Bronzen zuzuordnen, in welcher der Charme dieser Bronzengattung am deutlichsten zum Vorschein kommt. Charakteristisch für die Erotica- Wiener Bronzen sind der Ideenreichtum und die Phantasie gepaart mit technischer Spielerei. Erotik wird mit Humor verbunden, Verspieltheit und der Sinn für Skurriles zeichnen sie in diesen Bronzen aus und kunsthandwerklich stellen Diese eine Meiserleistung in der Fertigung dar.
Die Erotica- Wiener Bronzen dokumentieren die Verschämtheit und die Prüderie, welche um 1900 vorherrschte Darstellungen reichen von tanzenden Frauen, über Adam und Eva bis hin zu Szenen kopulierender Paare.
Kennzeichnend für diese Form der Wiener Bronzen ist der Verbau von Sprungfedern und Scharnieren, welche die Figuren in Bewegung versetzten. Die Scharniere ließen die Röcke der Bronzen- Frauen hochsteigen oder Paare aufeinander zu treten.
Diejenigen der Wiener Bronzen, die nicht zu den Erotica- Wiener Bronzen zählen, wie die Tierfiguren, haben eine durchschnittliche Größe von etwa 3 bis 5 Zentimetern, wobei die Menschenfiguren im Schnitt etwa 4 Mal so groß sind.
Zu den sehr bekannten Erotica- Wiener Bronzen zählen die Fabrikate der Firma Bergmann, welche auf den Bronzen ihren Firmennamen verkehrt herum geschrieben hat.