Carl Gustav Hermann Gladenbeck war einer der wichtigsten Bildgießer des 19. Jahrhunderts und Schöpfer zahlreicher prominenter Skulpturen, wie beispielsweise der „Goldelse“ (Victoria), die hoch oben auf der von Friedrich Drake (* 23. Juni 1805 in Pyrmont; † 6. April 1882 in Berlin) gestalteten Siegessäule thront.
Der deutsche Bildgießer Hermann Gladenbeck wurde am 24. Januar 1827 in Berlin geboren. Er erlernte das Handwerk des Bildgießens in der Eisengießerei & Maschinenbauanstalt Egells, wo er im Jahre 1841 eine Lehre aufnahm. Das Unternehmen Egells wurde 1821 von Franz Anton Jakob Egells (* 25. August 1788 in Rheine; † 30. August 1854 bei Reinerz/ Schlesien), einen Pionier des modernisierten Maschinenbaus, gegründet.
Nachdem er seine Lehre in der Gießerei Egells beendet hatte, lernte und arbeitete er bei dem seinerzeit bekanntesten Gießer überhaupt, bei Christoph Heinrich Fischer, der als der Gründer der Berliner Gießereischule bekannt wurde. In dem Studio Fischers war Gladenbeck unter anderem an dem Guss der Amazone des Künstlers August Kiss (* 11. Oktober 1802 in Papotzan, Tychy (ehemals Oberschlesien); † 24. März 1865 in Berlin) beteiligt, die noch heute vor dem Portal des Alten Museums in Berlin steht.
Im Jahre 1851 machte sich Gladenbeck im Alter von 24 Jahren als Bildgießer selbstständig und richtete seine erste Gießerei in der Johannisstraße 3 in Berlin ein. Zu dieser Zeit war er auch schon die Ehe mit Emilie Auguste Pauline Schirrmann (* 1826; † 1903), die Tochter eines Schuhmachers, eingegangen und versuchte nun, sicherlich auch um den Lebensunterhalt der Beiden zu sichern, neue Auftraggeber zu finden.
Glücklicherweise war sein herausragendes Talent kein Geheimnis, sondern in den Kreisen der Bildhauer Berlins bekannt. So kam es, das Gladenbeck unter anderem für Christian Daniel Rauch (* 1777; † 1857) drei kleinere Versionen des Großen Friedrichs, der seit 1851 unter den Linden steht, und eine Skulptur Kants für dessen Geburtsstadt Königsberg, anfertigen konnte. Die Fertigung des Kant-Denkmals steigerte die Popularität des jungen Bildgießers und war auch maßgebend dafür, dass er im Jahre 1857 die königliche Bronzegießerei, deren ehemaliger Besitzer verstorben war, übernehmen konnte.
Gladenbeck kam genau zum richtigen Zeitpunkt, kurz bevor die sogenannte große „Denkmalwuth“ einsetzte. Dies war eine Ära, in der zahlreiche Brunnen, Statuen, Monumente und auch Grabkunstwerke entstehen sollten. Da Gladenbeck ein geborener Künstler war, über ein sehr großes Talent verfügte und zudem auch kaufmännisch versiert war, konnte er zu dieser Zeit zahlreiche Neukunden gewinnen. In der Folgezeit florierte die Gießerei Gladenbecks so sehr, dass er sich neue Räume suchen musste. Eine neue Heimat fand die Gießerei vor den Toren der Stadt Berlin. Auf geeignetem Bauland in Friedrichshagen entstanden die neuen Räume der Gießerei und in unmittelbarer Nähe wurde auch das neue Wohnhaus der Familie Gladenbeck errichtet.
Zudem stiegen auch die Söhne Gladenbecks, Walter (*1866; † 1945) und Paul (*1869; † 1947), in das Geschäft, mittlerweile bekannt als „Gladenbeck und Sohn“, mit ein. Im Jahre 1892 zog sich Hermann Gladenbeck ein wenig aus den Geschäften zurück und verlies die Gladenbeck AG vorm. Gladenbeck & Sohn im Jahre 1898 endgültig. Hermann Gladenbeck verstarb am 11. November des Jahres 1918 in Friedrichshagen.