Alberto Giacometti war ein bekannter Maler, Bildhauer und Grafiker der Moderne. Er wurde
am 10. Oktober 1901 in Borgonovo geboren, verbrachte aber den Großteil seines Lebens in
Paris, wo er arbeitete und lebte. Trotz seiner Emigration nach Frankreich kehrte er regelmäßig
in seine Heimat zurück, wo er nicht nur seine Familie traf, sondern sich auch künstlerisch
betätigte.
Er ist als einer der bekanntesten Bildhauer des 20. Jahrhunderts in die Geschichte der Kunst
eingegangen; sein Werk war charakterisiert von Surrealismus und Kubismus und behandelte
auch Fragen der Philosophie.
Giacometti beschloss noch vor Beendigung seiner Schullaufbahn Künstler zu werden
und reiste im Herbst des Jahres 1919 nach Genf, um ein Kunststudium aufzunehmen. An
der renommierten École des Beaux-Arts lernte er die Malerei, an der École des Arts et
Métiers das Zeichen und die Bildhauerei. Da sein Vater ein Mitglied der Eidgenössischen
Kunstkommission an der Biennale in Venedig war, ergab sich für Giacometti die Möglichkeit
gemeinsam mit seinem Vater nach Venedig zu reisen; dort beeindruckten ihn die Werke von
Archipenko und Cezanne. Im Jahre 1921 reiste er während einer Studienreise durch Italien,
besuchte Verwandte sowie Museen und Kirchen in Rom und fertigte zahlreiche Skizzen
an. 1922 ging Giacometti nach Paris um sich einem weiteren Studium zu widmen; er lernte
nicht nur Aktzeichnen sondern auch die Bildhauerei kennen.
Nach drei Studienjahren in
Paris stellte er das erste Mal im Salon des Tuileries aus; darunter auch die postkubistische
Skulptur „Torso“.
Er wurde ein Mitglied der Surrealisten, verließ diese aber wieder und befand sich nach dem
Bruch mit der Gruppe in einer Schaffenskrise. Daher wandte er sich für neue Inspirationen
anderen Künstlern, wie beispielsweise Pierre Tal-Coat, zu. Picasso hatte er bereits bei den
Surrealisten kennengelernt, aber eine echte Freundschaft entstand erst, als dieser 1937
das Gemälde Guernica anfertigte. Picasso sah den Künstler Giacometti als einen ihm
ebenbürtigen Künstler und erhoffte sich von ihm kollegialen Rat.
1928 erlitt er einen schweren Unfall, der ihn für sein Leben zeichnete. Er brach sich den Fuß,
als er von einer betrunkenen Autofahrerin angefahren wurde. Seit diesem Zeitpunkt hatte er
einen Gehfehler; bis 1946 musste er Krücken zur Hilfe nehmen. Er selber nannte dies ein
einschneidendes Erlebnis in sein bisheriges Leben.
Giacometti verbrachte die Jahre des Zweiten Weltkriegs in Genf und kehrte nach dem
Krieg nach Paris zurück, wo er begann gelängte Skulpturen aus Bronze zu fertigen. Da
Giacometti diese Skulpturen auf massive Sockel setzte, wirken diese noch dünner und noch
gewichtsloser. An diesem Punkt im Leben fand der Künstler seinen charakteristischen Stil,
der ihn unverwechselbar machte. Von da an sollte das Verhältnis zwischen der Figur und
dem Raum maßgebend für seine Arbeit als Künstler werden. Eine erste Einzellausstellung
fand im Jahr 1948 in der New Yorker Galerie Pierre Matisse statt, welche für den Künstler
den endgültigen Durchbruch darstellte.
Auch die figurative Malerei wurde nach seinen
Durchbrauch zu einem der Skulptur ebenbürtigen Thema, dem er sich ab etwa 1957
regelmäßig widmete. Die Malerei sollte ihn bis zum Ende seines Lebens bekleiden; Alberto
Giacometti verstarb am 11. Januar 1966 in Chur.