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Torso

Torso - Bedeutung des Begriffs in der Bildhauerei

Mit dem Begriff "Torso" bezeichnet man in der Bildhauerei den Rumpf einer Statue ohne Kopf und Gliedmaßen, eine entweder (bewusst) unvollendete oder nicht vollständig erhaltene Plastik. Ursprünglich entstand der Begriff durch die Bezeichnung einer antiken, vorher intakten Statue, die im Laufe der Zeit teils zerstört oder unvollständig gefunden wurde.

Das Motiv des Torsos in der bildenden Kunst gab es bereits in der Renaissance, hier von jenen Kunstwerken der Antike inspiriert, es existiert bis heute in der Bildhauerei der Moderne, wo es sich im vorletzten Jahrhundert zu einer eigenen Gattung der plastischen Kunst etablierte.

Der Künstler wählt hier bewusst die Darstellung eines unvollendeten menschlichen Körpers: den Torso. Die Reduktion auf das männliche oder weibliche Zentrum eines Körpers löst gerade durch ihre Radikalität und Komprimierung auf das Wesentliche eine bestimmte Stimmung aus. Der Reiz einer solchen Plastik liegt unter anderem darin, dass die Vorstellung und Ergänzung des Nicht-Sichtbaren in der Gedankenwelt und Vorstellung des Betrachters liegt. Dadurch entwickelt oder verändert sich die Perspektive auf das Kunstwerks auch immer wieder, es entstehen neue, unterschiedliche Sichtweisen. Gleichzeitig löst gerade die Unvollständigkeit eine gewisse Anziehungskraft aus, die ständige Anwesenheit des Vergänglichen hat einen melancholischen Reiz.

So liegt die Anziehungskraft eines Torsos einerseits in seiner Lebendigkeit und Kraft, die Gedanken des Betrachters immer wieder neu anzustoßen, wie auch darin, den Blick auf das Wesentliche und Vergängliche zu richten. Die Interpretation und Betrachtung eines solchen Kunstwerks geschieht aktiv und ohne Grenzen, der Betrachter wird sozusagen ein Teil des Kunstwerks und das Unvollkommene so auf gewisse Weise vollkommen.