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Michelangelo

Michelangelo Buonarrotti (bekannt als Michelangelo)

*1475 in Caprese (Toskana), † 1564 in Rom

Mit diesem Namen verbindet sich unauslöschlich die Idee des Renaissance-Genies. Wie kaum ein anderer verkörpert er das Idealbild des humanistisch gebildeten Menschen und vereinigt auf sich die vielfältigsten Talente: als Maler, Architekt und Bildhauer, der jedoch daneben auch als Militäringenieur tätig war und Sonette verfasste. Als Sohn eines einfachen Beamten aus einer niedrigen florentinischen Adelsfamilie kam der junge Michelangelo bei Francesco d’Urbino, der ihm die Augen für die Schönheiten der Kunst öffnete, in die Lehre. Etwas später trat er als Lehrling in Ghirlandaios Werkstatt ein.

Ghirlandaio wiederum machte Michelangelo mit Lorenzo de’ Medici, „dem Prächtigen“, einem großen Mäzen (eine Person, die besondere Vorhaben mit Geld unterstützt) der gebildeten Künste sowie der Philosophie und Literatur, bekannt. In seinem Palast florierte eine Schule unter der Leitung von Bertoldo, einem Schüler Donatellos. Über diese Schule hatte Michelangelo die Gelegenheit, nicht nur die Familie Medici kennen zu lernen, sondern auch ihre wunderbare Sammlung antiker Skulpturen. 

Bereits im Alter von 16 Jahren konnte Michelangelo eine Reihe vorzüglicher Werke vorzeigen, u.a. das Relief „Die Schlacht der Lapithen und Kentauren“, eine Allusion (Andeutung) an die Sarkophage der späten Antike, sowie die „Madonna auf den Stufen“. Um 1495 lud Kardinal Lorenzo di Pierfrancesco de’ Medici den jungen Bildhauer nach Rom ein. Diesen ersten Aufenthalt in Rom nutzte Michelangelo, um die Pracht des klassischen Altertums, von der er bisher nur in den Gärten der Medici gewonnen hatte, voll auszukosten. In diese Zeit fällt sein „Bacchus“; 1499 vollendete er seine römische „Pietà“, ein Auftrag des Botschafters des französischen Königs Charles VIII., der es für sein Grabmal bestellt hatte. Dieses Werk gehört ohne Zweifel zu den schönsten des Meisters; es steht heute im Petersdom in Rom. Es ist eine außergewöhnliche Darstellung des Leidens des Mensch gewordenen Gottessohns und seiner Mutter, die das Genie Michelangelos wie wohl kein anderes Werk beweist. Michelangelo war damals erst 22 Jahre alt und auf dem besten Weg, zu einem der einflussreichsten Künstler seiner Zeit zu werden. Man nannte ihn auch den „Göttlichen“. Er bezog seine Inspiration aus der Antike, hauchte seinen Gestalten jedoch den Geist des Humanismus’ ein, der den Menschen verherrlicht. Den Höhepunkt seines Frühwerks erreichte Michelangelo mit seiner 4,34 Meter großen Marmorstatue des „David“, die sich heute in der Accademia in Florenz befindet. Mit dem Entwurf begann er 1501, vollendet wurde das Werk 1504. diese Skulptur ist insofern ein Bruch mit der Tradition, als David hier direkt vor dem Sieg über Goliath gezeigt wird, dessen abgeschlagenes Haupt er also noch nicht in der Hand hält. 

Im November 1503 starb Papst Pius III. und überließ den päpstlichen Thron Julius II.. Dieser überredete Michelangelo, nach Rom zurückzukehren, wo er für ihn u.a. ein majestätisches Grabmal schaffen sollte. Für dieses Monument, das nach den Papst-Plänen ausgeführt werden sollte, überwachte Michelangelo persönlich den Ausbruch des Marmors in den Steinbrüchen von Carrara, ehe er in Rom die Arbeit aufnahm. Dieses Monument, das deutlich die Verehrung des Papstes für die Antike verrät, sollte nach zahlreichen Unterbrechungen im Jahr 1545 vollendet werden. Michelangelo wurde 1520 mit dem Bau einer Grabkapelle für die Familie der Medici in Florenz beauftragt. Dieses Bauwerk enthält die Gräber von Giuliano de’ Medici, dem Herzog von Nemours, und Lorenzo, dem Herzog von Urbino. Die Statuen, die Michelangelo für dieses Medici-Monument schuf, zählen neben dem „Moses“ und seinen berühmten Sklaven zu den besten Werken seiner Reifezeit. Es sind eine „Madonna mit Kind“ und zwei monumentale Figurengruppen, „Tag und Nacht“ und „Abend und Morgen“. Besonders die „Madonna mit Kind“ wirkt lebhaft wie eine Szene aus dem täglichen Leben, gar nicht streng pietätvoll. Ein Beweis dafür, dass sich der Künstler gegen die Tradition durchzusetzen und auch sein eigenes Temperament zu beherrschen wusste.

Michelangelo wurde sein Leben lang von seinem Streben nach Vollkommenheit angetrieben; darüber hinaus hatte er ein überaus starkes Ego sowie Energie und Ausdauer wie kaum ein anderer.