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Erotik

Die Erotik gilt als sinnlich-geistige Zuneigung, die sich Menschen entgegenbringen. Man sollte den Begriff Erotik jedoch nicht mit den Begriffen Sexualität und Liebe verwechseln. Als Sexualität gilt die körper- und triebgesteuerte Anziehung zu einer anderen Person. Liebe ist die Anziehung im emotional-seelischen Sinn und Erotik wiederum bezeichnet die psychologisch-geistige Hinneigung zu jemandem.

Erotische Darstellungen können ganz unterschiedlich aussehen. Ganz einfache Nacktheit des menschlichen Körpers, aber auch bestimmte Gegenstände und Kleidungsstücke können einem Bild, einer Skulptur oder Ähnliches einen erotischen Hauch geben. Dabei spielen auch Mimik und Gestik, Körperhaltung und Handlungen einer Person eine große Rolle.

Da diese „Voraussetzungen“ keine bestimmte zeitliche Grenze in der Geschichte der Menschheit haben, kann man davon ausgehen, dass es erotische Abbildungen in der Kunst schon seit langer Zeit gibt.

Die Venus von Willendorf und die Höhlen von Lascaux sind Abbildungen, die Erotik enthalten und schon seit tausenden Jahren existieren. Sie zeugen davon, dass man sich sogar schon in der Vorgeschichte mit der geistigen Zuneigung zueinander beschäftigte.

In der Antike wandte man sich dem gesamten Spektrum menschlicher Erotik zu. So wurden sowie heterosexuelle als auch homosexuelle Erotika gefertigt. Manche hatten sogar sadomasochistischen Inhalt. Besonders die Wände der Schlafgemächer waren geschmückt mit Bildern des Sexualaktes und nackten Körpern.

In den Jahren des Mittelalters kamen erotische Darstellungen und lyrische Schöpfungen besonders aus dem einfachen Volk. Oft nahm man als Vorlage die alltäglichen Ereignisse, so beispielsweise Geschehnisse aus den damaligen Badehäusern. Der Minnesang kam auf und man verarbeitete darin seine innigsten Gedanken.

Im 15. Jahrhundert wurde mehr und mehr Werke veröffentlicht, die biblische Szenen verbildlichen. Es gab den ersten Kalender mit erotischen Illustrationen. Boccaccio (ital. Schriftsteller) erschuf „Il Decamerone“. In der herrschenden Kunstepoche der Renaissance kam aber auch die Pornografie auf. Man versuchte sofort, diese heftige Art der Erotik zu unterbinden und verfolgte jene, die sich mit dieser Richtung beschäftigten.

In der Neuzeit ließ man nur noch einheimische und religiöse Kunst zu. Realistische Darstellungen des nackten menschlichen Körpers waren von nun an verpönt. Der Maler Gustave Courbet (französischer Maler) zeichnete auf dem „Ursprung der Welt“ das weibliche Genital realitätsgemäß ab und erhaschte damit alles andere als Erfolg.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichte der Siegmund Freud seine psychologischen Ansichten zum Thema Sexualität. Dabei ging es unter anderem um Selbstbefriedigung und Prostitution. Später wurde jenes Thema mithilfe von Marilyn Monroe und anderen „Sexbomben“ immer beliebter. Es herrschte eine so genannte Doppelmoral. Frauenverbände forderten zum einen das Verbot pornografischer Darstellung, zum anderen wollten auch sie, dass man offen mit gelebter Erotik bzw. freier Liebe umgeht.

Mit der Videokassette und der CD-ROM schrieb jedoch genau diese Pornografie neue Geschichte. Pornofilme wurden immer beliebter.

In den 1990er Jahren erfuhr die „Sexualgesellschaft“ neue Impulse, denn die Schwulen- und Lesbenbewegung war auf dem Vormarsch. Die Homosexualität errang immer mehr Anerkennung.