Rembrandt Bugatti wurde am 16. Oktober 1884 in Mailand geboren und avancierte als
italienischer Bildhauer zum Wegbereiter des Art Décos.
Er wurde als das dritte Kind von Carlo Bugatti und dessen Ehefrau Teresa Bugatti, geb.
Lorioli geboren. Sein jüngerer Bruder Ettore Bugatti sollte als Automobilkonstrukteur in die
Automobilgeschichte eingehen.
Da sein Vater als Dekorateur und Möbelgestalter tätig war, lernte der junge Bugatti zahlreiche
Künstler kennen, die im Haus der Familie verkehrten. Dazu gehörte auch der russische
Bildhauer Pawel Trubetzkoy (* 15. Februar 1866 in Intra, Lago Maggiore; † 12. Februar 1938
in Pallanza, Lago Maggiore), der später der erste Mäzen Bugattis werden sollte. Ab 1900
studierte der junge Bugatti in Mailand an der Accademia di Belle Arti di Brera bei seinem
Förderer Trubetzkoy. An der Akademie entwickelte der Schüler sehr schnell einen eigen Stil,
der von impressionistischen Zügen durchzogen war. Zu Beginn seiner Tätigkeit fokussierte
der junge Bugatti die Erschaffung von Tierskulpturen, für welche er später noch berühmt
werden sollte.
Als Bugatti, der schon als begabter Bildhauernachwuchs galt, 18 Jahre alt war,
stellte er seine Werke erstmals auf der Biennale von Venedig aus. Während seiner Zeit in
Mailand fertigte der Bildhauer ausschließlich Skulpturen aus Gips. Da er als Minderjähriger
über keine Einkommen verfügte, konnte er sich Materialien wie Bronze einfach nicht leisten.
Als er und seine Familie im Jahr 1904 nach Paris gingen, vermittelte Trubetzkoy Bugatti den
Kontakt zu Adrien-Aurelien Hébrard, einem Galeristen, der fortan das Werk des Künstlers
regelmäßig ausstellte.
Zudem ermöglichte dieser Kontakt Bugatti auch die Produktion von
Bronzeskulpturen, da Hébrard eine eigene Formgießerei besaß. Danach etablierte sich Bugatti
schnell in Paris und konnte zahlreiche Werke verkaufen. Sein 1904 entworfener Elefant sollte
20 Jahre später berühmt werden; sein Bruder Ettore verwendete diesen als Kühlerfigur für den
von ihm entworfenen Bugatti Type 41 „Royale“.
Im Jahr 1907 ging er nach Antwerpen, wo er im Jahr 1910 seinen schöpferischen Höhepunkt
erreichte. Antwerpen besaß nicht nur die wichtigste Kunstschule des ganzen Landes, sondern
auch einen Zoo, der über eine sehr große Artenvielfalt verfügte. Die Tiere des Zoos dienten
ihm zur Vorlage für zahlreiche Tierskulpturen. Seine Tierskulpturen entwickelte er immer
weiter; teilweise wiesen sie kubistische Tendenzen auf und nahmen zeitgleich Tendenzen
des Art Déco an. Die Schattenseiten seiner Zeit in Antwerpen waren ein reduzierter Kontakt
zu seiner Familie und ab 1910 neben gesundheitlichen auch finanzielle Probleme. Quellen
besagen, dass Bugatti in dieser Zeit anfing eine Depression zu entwickeln.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges verpflichtete sich der Künstler als ein freiwilliger
Helfer beim Roten Kreuz in Belgien. Als Helfer arbeitete er in einem Lazarett im Zoo von
Antwerpen, wo er Verwundete versorgte. Diese Arbeit wirkte sich negativ auf seine Psyche
aus und verstärke seine Depression.
Gegen Ende des Jahres 1914 brach er zu einer Reise nach
Italien und nach Paris auf, wo er neben gesundheitlichen Problemen auch an finanziellen
Sorgen litt; es schien unmöglich während des Krieges Käufer für seine Kunst zu finden. Am
8. Januar 1916 vergiftete sich der Bildhauer Bugatti mit Gas in seiner Pariser Wohnung.