Pablo Ruiz Picasso wurde am 25. Oktober 1881 in Málaga geboren und war ein Grafiker, Maler, Bildhauer und gemeinsam mit Georges Braque (* 13. Mai 1882; † 31. August 1963) der Begründer des Kubismus.
Er war der erste Sohn des Malers José Ruiz Blasco (* 1838; † 1913) und dessen Frau María Picasso y López. Im Jahre 1891 zog die Familie nach Galicien um, weil Picassos Vater als Kunstlehrer am „Instituto da Guarda“ arbeiten sollte. Der zehnjährige Picasso wurde in seiner neuen Heimat an der Schule für Bildende Künste aufgenommen. Ab 1894 führte er Tagebücher mit Karikaturen und Porträts und begann seine eigenen Werke mit „P. Ruiz“ zu versehen.
Als seine Schwester 1895 an Diphtherie verstarb zog die Familie nach Barcelona, wo Picasso an der Kunstakademie „La Llotja“ aufgenommen wurde; sein Vater erhielt dort einen Lehrauftrag. Mit 15 Jahren richtete der Vater ihm ein erstes Atelier ein, welches sich in der Nähe der elterlichen Wohnung befand. 1897 studierte Picasso eine kurze Weile an der Akademie von San Fernando, verließ diese aber wieder, da er die Lehrmethoden der Akademie ablehnte. 1897/98 änderte er als eine Art Loslösung vom Elternhaus seine Signatur von „Ruiz“ erstmals zu „P. Picasso“.
Zu Beginn des Jahres 1900 hatte Picasso im „Els Quatre Gats“ seine erste Einzelausstellung, die aber kein Verkaufserfolg wurde. Wegen der im Jahr 1900 in Paris stattfindenden Weltausstellung reiste er mit seinem Freund Carlos Casagemas (* 1880; † 17. Februar) in die Stadt an der Seine, wo ihn die Malereien der Impressionisten Paul Cezanne (* 19. Januar 1839; † 22. Oktober 1906) und Edgar Degas (* 19. Juli 1834; † 27. September 1917) beeindruckten.
Picasso übernahm ein kleines Atelier und fertigte farbenprächtige Darstellungen vom Leben in der Großstadt an.
Nach der Rückkehr nach Hause erfuhr Picasso vom Freitod seines Freundes Casagemas; ihm widmete er folglich „Evokation – Das Begräbnis Casagemas“. Dies sollte das erste Bild seiner „Blauen Periode“ sein, in der er einen ersten eigenen Stil entwickelte. Während seiner „Blauen Periode“ (1901 bis 1904) begann er sich dem Sujet Skulptur zuzuwenden und fertigte „Sitzende Frau“ an. 1904 beschloss Picasso endgültig nach Paris zu gehen, wo er Fernande Oliver kennen lernte; sie wurde sein Modell und seine Geliebte. Seiner „Blauen Periode“ folgte in den Jahren 1905 bis 1907 seine „Rosa Periode“, die von heiteren Farben charakterisiert war. In dieser Zeit entstanden „Die Gaukler“, erste Radierungen und das Porträt der Dichterin Gertrude Stein.
Ein erster Kontakt mit afrikanischen Masken löste einen weiteren Stilwechsel aus und führte zur Begründung des Kubismus. Es entstanden „Ma Jolie“ und „Frau mit Gitarre“. In den Jahren 1911 bis 1914 folgten erste Klebebilder aus Holz, Sand und Blech. Ab 1915 zeichnete er neben seinen kubistischen auch zahlreiche realistische Werke. 1917 lernt er die Tänzerin Olga Koklowa kennen, die er 1918 heiratete.
In den kommenden Jahren wurden die Werke Picassos klassizistischer; ab 1925 auch surrealistisch. Bis zu seinem Tode heiratete er noch mehrfach, wurde Vater mehrerer Kinder, fertigte zahlreiche Plastiken und Skulpturen an und präsentierte 1937 sein Bild „Guernica“ der Öffentlichkeit. Noch zu Lebzeiten wurden ihm zwei Museen eingerichtet. Ein weiteres, das Musée Picasso im Paris, folgte kurz nach seinem Tode. Er verstarb am 8. April 1973 in Mougins, Frankreich.