Käthe Kollwitz, geborene Schmidt, war eine deutsche Künstlerin, die mit ihrem zeitlosen
Kunststil zahlreiche Radierungen, Lithographien, Holzschnitte und Kupferstiche fertigte
und auch als Bildhauerin tätig war.
Die Künstlerin Kollwitz wurde am 8. Juni 1867 in
Königsberg als Tochter von Karl Schmidt und dessen Ehefrau Katharina geboren. Ihre
Kindheit verbrachte Kollwitz zu Teilen in ihrem Geburtsort Königsberg, wo sie auch ersten
Unterricht im Kupferstechen und Malen nahm. Als Kollwitz 13 Jahre alt war, fertigte sie
als junges Mädchen erste Kupferstiche an. Weiterhin besuchte sie in den Jahren 1885/86 die
Damenakademie des Berliner Vereins „Verein der Berliner Künstlerinnen“ und wurde so
unter anderem mit dem deutschen Dichter Arno Holz (* 26. April 1863 in Rastenburg; † 26.
Oktober 1929 in Berlin) sowie mit dem Schriftsteller Gerhard Hauptmann (* 15. November
1862 in Ober Salzbrunn; † 6. Juni 1946 in Agnetendorf) bekannt. Auf ihrem weiteren Weg
traf Kollwitz den deutschen Bildhauer Max Klinger (* 18. Februar 1857 in Leipzig; † 4.
Juli 1920 in Großjena), dessen Arbeiten Kollwitz stark prägten.
Nach ihrer Rückkehr in ihre
Heimat Königsberg im Jahre 1886, studierte sie unter dem Maler Emil Neide (* 28. Dezember
1843 in Königsberg; † 25. April 1908 in Dresden) an der Königsberger Kunstakademie und
ging im Anschluss nach München, wo sie bis 1889 unter Ludwig Herterich (* 13. Oktober
1856 in Ansbach; † 25. Dezember 1932 in Etzenhausen) studierte.
Nach einem erfolgreich
abgeschlossenen Studienaufenthalt in Berlin ehelichte die Künstlerin Kollwitz einen Arzt –
Dr. med. Karl Kollwitz – und zog mit ihm in den Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg.
Zwei Jahre nach der Geburt ihres Sohnes erlebte Kollwitz 1898 mit ihrem Werk "Ein
Weberaufstand" den Durchbruch als Künstlerin, als sie mit dieser Arbeit an der „Großen
Berliner Kunstausstellung“ partizipierte. 1901 trat sie der „Berliner Secession“ bei, welcher
sie bis 1913 treu blieb. Im Jahre 1910 begann ihr künstlerisches Schaffen als Bildhauerein; ihr
Stil ähnelte der Kunst des deutschen Bildhauers Ernst Barlach (* 2. Januar 1870 in Wedel; †
24. Oktober 1938 in Rostock).
Im Jahre 1919 wurde die Künstlerin nicht nur zur Professorin ernannt, sondern auch das erste
weibliche Mitglied der „Preußischen Akademie der Künste“. Doch 1933 wurden Kollwitz
sowie auch der deutsche Schriftsteller Heinrich Mann (* 27. März 1871 in Lübeck; † 11.
März 1950 in Santa Monica, USA) gezwungen die Akademie zu verlassen, da beide Künstler
den "Dringenden Appell" für den Zusammenschluss linker Parteien unterstützen. Im Jahr
1936 erfolgte zudem die Entfernung ihrer Arbeiten aus der Berliner Akademieausstellung
durch das Regime.
Während der Wirren des Zweiten Weltkrieges fertigte die Künstlerin Kollwitz einige Arbeiten
an. So entstanden 1940/41 die Kleinplastik "Abschied", 1941 die Lithographie "Saatfrüchte
sollen nicht vermahlen werden" und 1943 eine Kleinplastik mit dem Titel "Zwei wartende
Soldatenfrauen". Kollwitz selber erlebte das Ende des Krieges nicht mehr, sondern verstarb
nur wenige Tage vor dem Kriegsende am 22. April 1945 in Moritzburg bei Dresden. In
Moritzburg verbrachte Kollwitz ihre letzen Lebensjahre im Rüdenhof, wo sie in einer
Wohnung mit Blick auf das Schloss Moritzburg lebte. Heute erinnern eine Gedenkstätte sowie
ein Denkmal an die sozial engagierte deutsche Künstlerin.