Jean-Baptiste Carpeaux wurde am 14. Mai 1827 in Valenciennes geboren und wurde als
Bildhauer bekannt.
Nachdem der junge Carpeaux seine Schullaufbahn beendet hatte, verdiente er sich seinen
Lebensunterhalt eine Weile durch das Anfertigen von Klischees und von Modellen für die
Kunstindustrie. Als er später die Ecole nationale supérieure des beaux-arts de Paris besuchte,
wurde er zum Schüler von François Rude (* 4. Januar 1784 in Dijon; † 3. November 1855 in
Paris) und von Francisque Joseph Duret (* 19. Oktober 1804 in Paris; † 1865 ebenda), zwei
bekannten französischen Bildhauern.
Im Jahr 1854 fand an der Académie française eine Ausstellung statt, die Carpeaux den Prix
de Rome einbrachte. Der "Prix de Rome", auch bekannt als Rompreis, wurde das erste
Mal im 17. Jahrhundert verliehen. Die Auszeichnung war mit einem Stipendium, das einen
mehrjährigen Aufenthalt in der Stadt Rom beinhaltete, verbunden. Nachdem die Académie
royale, die den Preis einst ins Leben gerufen hatte, im Jahr 1793 geschlossen wurde, schrieb
die Académie des Beaux-Arts den Preis erneut aus, wobei die Verleihung des Rompreises
nach den Studentenunruhen des Jahres 1968 wieder eingestellt wurden.
Da der Preis ein Reisestipendium beinhaltete, war es Carpeaux möglich eine Reise durch
Italien sowie einem längeren Aufenthalt in der Stadt Rom wahrzunehmen. In Rom studierte er
nicht nur die berühmten Alten Meister sondern auch die „moderne Kunst“.
Selbstverständlich
fertigte Carpeaux während dieser Reise auch eigene Kunstwerke an; der "Neapolitanische
Fischerjunge" wurde sein wichtigstes Werk dieser Zeit. Wenig später stellte er die Büste "La
Palombella" fertig, mit der er seinen eigenen charakteristischen Stil gefunden hatte.
In Valenciennes stellte er seine Büste „Lachenden Mädchens“ der Öffentlichkeit vor, ging
aber nach der Vorstellung seiner Büste zurück nach Rom, wo er die Großplastik „Gruppe des
von seinen vier Söhnen und Enkeln umgebenen Ugolino“ anfertigte.
Erst 1862 kehrte er endgültig nach Frankreich zurück, wo er bis zu seinem Tode lebte.
Zurück in Paris gründete er ein Atelier und fertigte dort unter anderem im Jahr 1863 "Büste
der Prinzessin Mathilde" und ein Jahr später "Das Mädchen mit der Muschel" an. Seine
Statue "Statue des kaiserlichen Prinzen" lenkte die Aufmerksamkeit des Hofes auf ihn. In der
Folge erhielt Carpeaux den Auftrag den Flora-Pavillon des Louvres zu gestalten.
Das Hauptwerk des französischen Bildhauers mit dem Titel „La Danse“ befindet sich noch
heute an der Fassade des Erdgeschosses der Pariser Neuen Oper. Es ist ein Werk, welches
Üppigkeit, Lebensfreude und Dramatik verkörpert. Diese Inhalte lösten in der Vergangenheit
starke Reaktionen und eine heftige Polemik aus und ein Angriff auf das Werk war die Folge
dieser Auseinandersetzungen. In der Nacht des 27. August 1869 wurde das Werk von einem
empörten Bürger mit einem Tintenfass angegriffen und beschädigt. Glücklicherweise konnten
die Tintenflecke aber wieder entfernt und das Werk somit gerettet werden.
Der Bildhauer Jean-Baptiste Carpeaux verstarb am 12. Oktober 1875 in der Nähe von Paris,
in Courbevoie.