Franz Xaver Messerschmidt war ein deutsch-österreichischer Bildhauer, der am 6. Februar 1736 im ehemals bayerischen Wiesensteig geboren wurde. Berühmtheit erlangte der Bildhauer aufgrund einer Serie von sogenannten „Charakterköpfen“, einer Serie von Köpfen, mit besonders ungewöhnlichen und eigenartig erscheinenden Gesichtsausdrücken. Das Schaffen des Bildhauers Messerschmidt war zwischen den Epochen Klassizismus und Barock angesiedelt.
Der junge Messerschmidt wuchs in München auf, wo er von seinem Onkel Johann Baptist Straub (* 1. Juni 1704 in Wiesensteig; † 15. Juli 1784 in München) ausgebildet wurde. Später nahm er eine weitere Ausbildung bei seinem Onkel Philipp Jakob Straub (getauft am 30. April 1706 in Wiesensteig; beerdigt am 26. August 1774 in Graz) in Graz wahr, bevor er im Jahre 1755 nach Wien an die Akademie der bildenden Künste kam. Dort studierte der junge Künstler unter anderem unter Matthäus Donner und bei Jakob Christian Schletterer. Im Jahr 1765 reiste Messerschmidt für einen Studienaufenthalt nach Rom, Italien.
Es waren die 1760er Jahre, in denen dem Bildhauer eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Aussicht gestellt wurde, welche aber aufgrund von Einwänden des Staatskanzlers Kaunitz schlussendlich doch nicht vollzogen wurde.
Da er von Maria Theresia sehr geschätzt wurde, bekam er eine Stelle als „Hofbildhauer“.
Die zu dieser Zeit von Messerschmidt erschaffenen Skulpturen von Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen, die die Beiden während der Krönung zeigen, sind in der Österreichischen Galerie Belvedere zu sehen.
Eine erste Skulptur mit karikaturhaften Zügen entstand um 1770; es war die Büste von Gerard van Swietens. Der weitere Weg des Bildhauers führt ihn aus Wien weg in Richtung Wiesensteig und später in Richtung München, wobei er schlussendlich zu seinem Bruder nach Pressburg zog, wo Messerschmidt dann am 19. August des Jahrs 1783 verstarb. In Pressburg entstanden dann auch die bekannten Charakterköpfe, welche von Messerschmidt selber nur als „Köpfe“ bezeichnet wurden. Die Serie umfasste 52 unterschiedliche Köpfe, die als Selbstportraits angefertigt wurden. Die Skulpturen zeigen ein umfassendes Spektrum an unterschiedlichen Gesichtsaudrücken, welche von leichten physiognomischen Zuständen bis hin zu vollständig grotesken Entgleisungen reichen. Die Büsten mit grotesken, irritierenden und auch mehrdeutigen Gesichtsausdrücken spiegelten die neuen Ideale der Kunst der Aufklärung wieder.
Auch wenn sich die weit verbreitete Ansicht, dass Messerschmidt an einer psychischen Krankheit litt, lange gehalten hat und auch noch immer hält, konnte diese Ansicht bisher nicht durch Quellen bewiesen werden. Es ist nach wie vor unklar, ob der Bildhauer psychisch krank war und die von ihm erschaffenen Charakterköpfe sein eigenes Leid und seinen eigenen Schmerz widerspiegelten oder ob die Skulpturen ein Abbild seiner Fantasie darstellten.