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Ferdinand Preiss - Der Art Deco Künstler

Erotik Bronze
249,00 EUR
inkl. 19 % MwSt zzgl.
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Johann Philipp Ferdinand Preiss wurde am 13. Februar 1882 in Erbach geboren und war ein berühmter Bildhauer und Elfenbeinschnitzer. Er und seine fünf Geschwister wurden nach dem frühen Tod der Eltern, welcher diese ereilte als Ferdinand Preiss erst 15 Jahre alt war, von Freunden, Bekannten und Verwandten der Familie aufgenommen. Dabei wurde dem jungen Preiss das Schicksal zuteil in das Haus des Elfenbeinschnitzers Philipp Willmann zu kommen, der ihm später das Handwerk des Elfenbeinschnitzens beibrachte.

Im Jahre 1901 verließ er seine Pflegeltern und die Werkstatt Willmanns und reist zu Bildungszwecken durch Europa nach Rom, Mailand und Paris. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich zu dieser Zeit als Modelleur. Zurück in Deutschland lernte er in Baden-Baden Arthur Kassler kennen und freundete sich mit ihm an. 1906 gründete er dann gemeinsam mit Kassler die Firma „Preiss & Kassler“.

Diese Firma war ein Geschäft für Elfenbeinkunst mit angeschlossener Werkstatt und befand sich in Berlin, der Heimatstadt von seinem Kompagnon Arthur Kassler. Ein Jahr nach der Gründung des Unternehmens heiratete Preiss Margarethe Hilme, eine Berlinerin, die ihm einen Sohn (Harry) und eine Tochter (Lucie) schenkte.

Preiss fertige gemeinsam mit Kassler anfangs Kleinplastiken aus Elfenbein, ab 1910 erste Kombinationsplastiken, welche aus Elfenbein und Bronze bestanden, an.
Die Gießerei, die die Skulpturen ausführte, war die berühmte Berliner Gießerei Gladenbeck. In den kommenden vier Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs arbeiteten sechs Elfenbeinschnitzer bei Preiss & Kassler, die alle aus Erbach, dem Geburtsort von Preiss, stammten. Obwohl die Firma während des Kriegs nicht produzierte, wurde die Produktion nach dem Ende des Kriegs direkt wieder aufgenommen und erreichte in den 1920er Jahren einen künstlerischen und gestalterischen Höhepunkt. Während Preiss als künstlerischer Leiter tätig war, übernahm Kassler die kaufmännischen Aufgaben.

Zu den Spezialitäten der Firma zählten schnell Kabinettsplastiken, die im Stil des Art Déco gestaltet wurden und aus Elfenbein und bemalter Bronze gefertigt waren. Zumeist wurden diese Plastiken auf Marmorsockel oder auch Onyxsockel montiert. Als künstlerischer Leiter von Preiss & Kassler wurden fast alle Skulpturen von Preiss entworfen und in Serie aufgelegt und zu großen Teilen in die USA und nach England exportiert. Das florierende Unternehmen bestand bis 1943, bis zum Tode von Ferdinand Preiss. Dieser verstarb in 1943 im Alter von 61 Jahren an einem Gehirntumor.

Ferdinand Preiss gehört heute zu den bekanntesten deutschen Bildhauern und den führenden Elfenbeinschnitzern des Art Déco. Seine Kombinationsplastiken aus Elfenbein und Bronze im Stil des Art Déco gehören heute zu den höchstbezahlten Skulpturen dieser Art.