Der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch wurde am 12. Dezember 1863 in
Løten, Hedmark, Norwegen geboren. Mit seinen Werken und seinem Stil bestimmte er die
expressionistische Malerei in Deutschland und Mitteleuropa.
Munch wurde in einem kulturell offenen Elternhaus in Oslo erzogen; sein Vater war ein
religiöser Militärarzt. Als Munch fünf Jahre alt war starb seine Mutter Laura Catherine
Bjølstad. Später verstarb auch seine Schwester Sophie. Munch selber litt an einer bipolaren
Störung, galt also als manisch depressiv. Krankheit, Tod und Trauer sollten seine Kunst
maßgeblich mitbestimmen.
Auf den Wunsch seines Vaters studierte er Ingenieurwesen, brach dieses Studium aber
im Jahre 1881 ab und widmete sich an der Zeichenschule in Kristiania, dem heutigen
Oslo, der Kunst. Munch studierte nicht nur die Alten Meister, sondern nahm auch
Unterricht im Aktzeichnen. Es dauerte nicht lang, bis sein großes Talent auffiel. Im Jahr
1882 mietete er sich ein erstes Atelier und malte Bilder, die sich an den Impressionisten
orientierten. 1884 wurde er Teil der „Kristiania-Bohème“, einer Gruppe die gegen die
moralischen Vorstellungen der bürgerlichen Gesellschaft agierte.
Die Gruppe setzte sich
aus Schriftstellern, Studenten und Künstlern zusammen. Im Folgejahr reiste Munch zu
Studienzwecken nach Paris. In diesem Jahr entstand auch sein provokantes Werk „Das kranke
Kind“, ein Bild mit dem er den Tod seiner Schwester verarbeiten wollte.
Auch „Der Tag danach“ und „Pubertät“ entstanden in diesem Jahr.
Das Jahr 1889 brachte Munch nicht nur eine erste Einzelausstellung, sondern auch ein
Künstlerstipendium, welches ihn für drei Jahre unterstützen sollte. Als sein Vater im Jahre
1890 verstarb malte Munch „Nacht in St. Cloud“. Zwei Jahre später wurde er nach Berlin
eingeladen, wo seine Bilder zur Gründung der Berliner Secession führten. Daraufhin
zog Munch im Jahr 1893 nach Berlin, wo er sich mit den Gründern der Zeitschrift PAN
anfreundete. Im Berlin stellt er „Ein Menschenleben“ aus. Dies war eine Gemäldeserie, zu der
auch die bekannten Gemälde „Schrei“ und „Vampir“ gehörten.
In den Folgjahren arbeitete er an Lithographien und Holzschnitten und ging zurück nach
Paris, wo erste Farblithographien entstanden. 1897 nahm er an der Ausstellung „Salon des
Indépendants“ teil und 1902 stellte er seine Gemälde des „Lebensfrieses“ aus, welche er in
Berlin zu malen begonnen hatte. Die kommenden Jahre verbrachte Munch größtenteils in
Deutschland, wo er in seinem deutschen Exil mehrere Malaufträge ausführte. Warnemünde
war seine letzte Station in Deutschland; dort erholte er sich 1907/08 kurzzeitig körperlich
und geistig. Ab 1909 lebt er bis zu seinem Lebensende in Norwegen; Munch verstarb am 23.
Januar 1922 auf Ekely in Oslo.
Sein Nachlass ist zum Teil in dem 1963 eröffneten Munch-Museum und in der
Nationalgalerie zu sehen. Sein berühmtestes Werk „Schrei“ wurde im Sommer 2004 aus dem
Osloer Munch-Museum gestohlen. Obwohl das Bild wiedergefunden wurde, ist es heute nicht
mehr der Öffentlichkeit zugängig; es gilt als unwiederbringlich zerstört.