Der französische Maler und Bildhauer Edgar Degas wurde am 19. Juli 1834 mit dem Namen
Hilaire Germain Edgar de Gas in Paris, Frankreich geboren. Er war der Erstgeborene von
insgesamt fünf Kindern.
Sein Vater war der Leiter der französischen Niederlassung der
familieneigenen Bank in Paris; seine Mutter ging früh von ihm. Der junge Degas wuchs in
großbürgerlichen Verhältnissen auf und sollte nach dem Abschluss seiner Schullaufbahn
am Lycée Louis-Le-Grand ein Studium der Rechtswissenschaften beginnen. Kaum hatte
er dieses begonnen, beendete er es wieder, um eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen.
Obwohl sich sein Vater gewünscht hatte, dass er Jura studiert, unterstützte er ihn dennoch bei
seinem Wunsch die Künstlerlaufbahn einzuschlagen und half ihm bei der Suche nach einem
geeigneten Atelier.
Ab dem Jahr 1983 war er ein Schüler bei Louis Lamothe (*1822; † 1869),
einem ehemaligen Schüler des französischen Malers Jean-Auguste-Dominique Ingres (* 29.
August 1780 in Montauban; † 14. Januar 1867 in Paris). Ab 1855 besuchte er dann für einige
Zeit die Ècole des Beaux-Arts, beendete dieses Studium aber um auf eigene Faust zu lernen.
Im Jahre 1856 reiste Degas, wie es damals typisch war, nach Italien. Bei dieser Studienreise
besuchte er zuerst Verwandte in Neapel und reiste weiter nach Rom, wo er etwa anderthalb
Jahre lernte, studierte und zeichnete. Erst 1858 brach er die Zelte in Rom ab und ging nach
Florenz, wo er auch erst wieder Verwandte besuchte. Bei der mit ihm verwandten Familie
Bellelli fertigte er zahlreiche Studien an, bei denen er die Angehörigen portraitierte.
Seine Rückkehr nach Paris erfolgte im April 1859. Zurück in Paris fertigte er das
Portrait „Die Familie Bellelli“ an; die Studien dazu wurden während seines Aufenthalts
in Florenz im Jahre 1858 gefertigt. Ein nächster Schritt der künstlerischen Laufbahn des
Künstlers war die Anfertigung von fünf Historiengemälden. Allerdings wendete Degas sich
von diesem Sujet bald wieder ab.
Stattdessen wendete sich Degas dem zeitgenössischen Leben von Paris zu und lernte Künstler
wie Paul Cézanne (* 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence; † 22. Oktober 1906 ebenda),
Pierre-Auguste Renoir (* 25. Februar 1841 in Limoges; † 3. Dezember 1919 in Cagnes) und
den Kunstkritiker Edmond Duranty (* 1833 in Paris; † 1880 ebenda) kennen. Im Deutsch-
Französischen Krieg diente er von 1870/71 als Artillerist in der Stadt Paris.
Nach dem Tode seines Vaters begann Degas im Jahre 1874 eigene Ausstellungen ins Leben
zu rufen, bei denen er gemeinsam mit anderen fortschrittlichen Künstlern das sogenannte
Ausstellungsmonopol der ‚Salons‘, in dem er von 1866 bis 1870 selber ausstellte, brechen
wollte. Bis 1886 fanden acht Ausstellungen in diesem Rahmen statt.
In den 1890er Jahren entdeckte Degas die Fotographie für sich; deren Ergebnisse präsentierte
er in einer Ausstellung im Jahr 1895.
Aufgrund seiner Sehschwäche musste er die Malerei
einstellen. Um 1908 fertigte er letzte Zeichnungen an und beschäftigte sich in der Folgezeit
noch mit der Erschaffung von Skulpturen. Sein Leben endete am 27. September 1917 an den
Folgen einer Gehirnblutung.