Demetre Haralamb Chiparus war ein am 16. September 1886 in Dorohoi geborener Art Déco
Künstler, der als Keramiker und Bildhauer großen Ruhm erzielte.
Chiparus wurde als Sohn von Haralamb und Saveta geboren. Im Jahre 1909 ging er nach
Italien, um bei dem Bildhauer Raffaello Romanelli (* 1856 in Florenz; † 1928 ebenda) zu
studieren. Drei Jahre später ging er nach Frankreich, wo er in Paris an der École des Beaux-
Arts von Jean Boucher und Antonin Mercie unterrichtet wurde. Während dieses Studiums
verfeinerte er seine Chryselephantin-Technik. Bei dieser Technik wurden Bronze und
Elfenbein miteinander kombiniert, wobei die Elemente aus Bronze zudem durch Emaillieren
oder durch Kaltmalerei zusätzlich dekoriert wurden.
Bei diesen Arbeiten war die Qualität
des aus Elfenbein gefertigten Teils der Skulptur weniger wichtig; im Mittelpunkt stand die
Dekoration der Bronzeoberflächen. D. H. Chiparus wurde zu einem der wichtigsten Künstler,
die sich um die Gestaltung chryselephantiner Skulpturen verdient machten. Er fertigte
zahlreiche Skulpturen dieser Art, meist in Darstellung von Tänzerinnen.
Obwohl Chiparus zu Beginn seiner Arbeit als Bildhauer dem Realismus recht nahe stand und
Kinder-Skulpturen fertigte, die 1914 auch im Pariser Salon ausgestellt wurden, fokussierte
er sich später auf die Erschaffung von Tänzerinnen in den unterschiedlichsten Posen und seit
den 1940er Jahren auch auf Tierskulpturen.
Auch diese wurden im Stil des Art Déco gefertigt.
Auch in seinen letzten Ausstellungen im Pariser Salon in den Jahren 1942 und 1943 zeigte er
Tierskulpturen.
Die Anregung für seine attraktiven Art Déco Figuren und seiner chryselephantinen Skulpturen
fand der Künstler im französischen Theater und der französischen Mode. Weiterhin
beeinflussten französische Filme sein künstlerisches Wirken. Neben dem französischen
Einfluss gab es auch einen russischen Einfluss. Seine Skulpturen russischer Tänzerinnen
wurden unter anderem von Ida Rubinstein und Vaslav Nijinski inspiriert, sowie auch
nach Vorlagen und Bildern von russischen Modemagazinen entworfen.
Einen weiteren
erkennbaren Einfluss auf die Kunstwerke von Chiparus übte sein Interesse an Ägypten aus.
Nachdem 1922 das Grab des Pharaos Tutanchamun geöffnet wurde, übte die ägyptische
Kunst einen Einfluss auf die französische Modewelt aus. Diesem Einfluss konnte und
wollte sich Chiparus nicht entziehen und fertigte in der Folge auch Skulpturen, die Abbilder
ägyptischer Tänzer waren.
Heute gehören die Skulpturen des Bildhauers Chiparus zu den bekanntesten der 1920er und
30er Jahre, welche sowohl den Geist als auch die Lebensweise der Epoche des Art Déco
verkörpern. Der rumänische Künstler verstarb im Alter von 87 Jahren in Paris. Zu seinen
bekanntesten Werken gehören die Skulpturen „Starfish“, „A Dancer“, „Cleopatra“, „Delhi
Dancer“, „Dancer with Ring“ sowie die Tierskulptur „Eisbär und Büffel“.