Der rumänisch-französische Bildhauer Constantin Brâncusi wurde am 19. Februar 1876 in
Boitza geboren. Er war neben Auguste Rodin (* 12. November 1840; † 17. November 1917)
einer der prägenden Bildhauer des 20. Jahrhunderts und beeinflusste mit seinem Schaffen
die Skulptur nachhaltig, indem er seine Kunstwerke durch Reduktion perfektionierte. Sein
charakteristischer Stil bildete sich schnell nach Beendigung seines Studiums heraus und
wurde durch die Volkskunst Afrikas und Rumäniens beeinflusst.
Für sein Studium ging er 1904 nach Paris, wo er an der École des Beaux-Arts aufgenommen
wurde und wo auch seine ersten Kunstwerke, die sich noch am Jugendstil orientierten,
entstanden sind.
Als er 1906 Francois Auguste René Rodin beim Salon d`Automne begegnete,
schloss er sich diesem zeitweise an und wurde von dessen Bildhauerkunst elementar
beeinflusst. Ab 1907 verband Brâncusi eine enge Freundschaft mit dem Bildhauer, Maler
und Zeichner Amedeo Modigliani; beide beeinflussten sich gegenseitig. Im selben Jahr
fand Brâncusi auch zu seinem eigenen und charakteristischen Stil, der sich vom Realismus
abwendete und von Vereinfachungen und Reduktion geprägt war. "Le Baiser" (Der Kuss) war
die erste Skulptur seines neuen Stil
s. Ähnlich reduziert wie die Skulpturen des Künstlers waren, waren auch seine künstlerischen
Themen stark eingeschränkt; eines der wenigen Themen des Künstlers war die Ruhe.
Auf der
Suche nach neuen eigenen Formensprachen entstanden unter anderem "La Muse endormie"
oder "Le Coq" sowie "Der Kuss".
Im Jahr 1913 stellte der Künstler das erste Mal im Salon des Indépendants aus, wo 1920 auch
sein Werk "Prinzessin X" gezeigt wurde. Dieses löste aufgrund seiner Form, die Form eines
Phallus, sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern große Empörung aus.
Im Jahr 1937 reiste er im Auftrag der Regierung nach Rumänien, wo er die "Endlose Säule",
eine 33 Meter hohe Skulptur, anfertigte.
Da die Bandbreite der Themen des Künstlers sehr gering war, musste Brâncusi sehr viele
Variationen der Themen erfinden. So fertigte der Künstler im Jahr 1923 insgesamt 13
unterschiedliche Versionen seiner Skulptur "Vogel im Raum" an. Diese Versionen wurden
aus unterschiedlichsten Materialien gefertigt. Im Jahre 1949 gestaltete der Künstler sein
letztes Werk, welches den Titel "Der Große Hahn" trug, aus Gips bestand und einen letzten
Stilwechsel des Bildhauers dokumentierte.
Im Jahre 1952 nahm der rumänische Staatsbürger Brâncusi die französische
Staatsbürgerschaft an und schenkte vier Jahre später sein gesamtes Werk dem Land
Frankreich. Ein Jahr später, am 16. März 1957, verstarb der Bildhauer in Paris an den
Folgen einer langen Krankheit. Er wurde auf dem Cimetière Montparnasse zur letzten Ruhe
gebettet. Heute befindet sich sein rekonstruiertes Atelier vor dem Centre Pompidou in Paris,
Frankreich. Die Werke des Künstlers wurden zumeist aus Marmor, Holz, Gips und Bronze
gefertigt und gelten als avantgardistische bildende Kunst.