Alfred Stevens war ein britischer Bildhauer, der am 28. Januar 1818 in Dorset geboren wurde. Aufgewachsen als Sohn eines Hausmalers, fertigte der junge Stevens in seiner Freizeit erste Bilder an. Im Jahre 1833 ging er auf Empfehlung für neun Jahre zum Studieren nach Venedig, Pompei, Neapel, Capri, Florence, Mailand und Rom, wo er ein Jahr für Bertel Thorvaldsen (* 19. November 1770 in Kopenhagen; † 24. März 1844 ebenda) tätig war.
Eine englische Schule hat der talentierte Brite Stevens allerdings nie besucht. Nach seiner Arbeit bei Thorvaldsen verließ er Italien und ging zurück nach England, wo er 1845 eine Lehrtätigkeit an der „School of Design“ im „Somerset House“ in London aufnahm, die er bis zum Jahre 1847 ausführte. 1850 wurde er Leiter einer Firma in Sheffield, die sich auf die Fertigung von Bronzen spezialisiert hatte. Zwei Jahre später ging Stevens dann nach London, wo er sich mit der Herstellung großer Vasen beschäftigte, die ihren Platz vor dem British Museum finden sollten.
Im Jahre 1856 bewarb sich Stevens bei einer Ausschreibung für das Wellington Monument in der St. Paul’s Cathedral, welche er auch gewann, da er zusagte, das Monument für einen Preis von 20.000 Pfund auszuführen. Dieses sollte sich später als ein schlechter Preis heraus stellen, da Stevens einen großen Teil seiner Karriere der Erschaffung dieses Denkmals widmen musste.
Zudem wurde das Monument so unglücklich aufgestellt, dass es für die Besucher der St. Paul’s Cathedral nicht eindeutig sichtbar war, weil es in einem Seitenflügel, und nicht wie eigentlich geplant unter dem großen Bogen der Kathedrale, ausgestellt wurde. Das gesamte Denkmal sollte den Bildhauer noch viele weitere Jahre beschäftigen.
Ein Ergebnis der jahrelangen und nervenaufreibenden Arbeit an dem Monument für die St. Paul’s Cathedral war, dass der Künstler nur wenige andere Skulpturen zur Ausführung brachte. Allerdings fertigte er einige weibliche Karyatiden an, die sich einst am Dorchester House befanden, welches später abgerissen, neu errichtet und dann in ein Hotel verwandelt werden sollte. Diese erhaltenen Karyatiden stehen heute in den Räumen des Victoria and Albert Museums. Zudem fertigte Stevens auch vier Mosaike der Propheten Isaiah, Jeremiah, Hesekiel und Daniel für die Spandrille unter der Kuppel der St. Paul’s Cathedral an.
Das Leben des Bildhauers Alfred Stevens, welches fast ausschließlich der Fertigung des Wellington Monuments gewidmet war, endete aus ungeklärten Gründen in seinem Atelier in London, England. Der Künstler verstarb im Alter von 57 Jahren und wurde im westlichen Teil des Highgate Friedhofs begraben, der sich im nördlichen Teil der Stadt London befindet.