Alexander Porfyrovych Archipenko wurde am 30. Mai 1887 in der Ukraine (Kiew) geboren und war ein US-amerikanischer Bildhauer ukrainischer Herkunft; heute gilt er als einer der Wegbereiter der modernen Bildhauerei.
Er wurde als Sohn eines Mechanikers geboren und studierte von 1902 bis 1905 Malerei
und Bildhauerei an der Kunstakademie seiner Heimatstadt Kiew. Doch aufgrund
rebellischen Verhaltens wurde er der Universität verwiesen; Archipenko rebellierte gegen die akademischen Lehrmethoden an der Universität. Diese Rebellion führte zu einem
Ausschluss von Studium im Jahre 1906.
Nach seiner Exmatrikulation arbeite er noch bis
1908 als freischaffender Künstler in seiner Heimat, die er noch im selben Jahr verlies, um
nach Frankreich zu gehen. In Paris angekommen studierte er an der Ecole des Beaux-Arts,
die er aber aufgrund seiner persönlichen Auffassung wieder verlassen hatte. 1911 gründete
er dann seine eigene Kunstschule in Paris.
Später sollte Archipenko noch eine weitere
Kunstakademie in Berlin, wo er zwischen 1921 und 1923 lebte, gründen. Ein Jahr nach
Gründung seiner Kunstakademie in Paris wurde er ein Mitglied der Section d’Or, wo er
auch dem großen Künstler Pablo Picasso (* 25. Oktober 1881 in Málaga; † 8. April 1973 in
Mougins) begegnete. Während seiner Zeit in Berlin heiratete er Gela Forster.
Sie war eine
junge Bildhauerin, die er in Dresden kennenlernte.
Gela Forster war ein Mitglied der Dresdner
Sezession und wurde 1921 die Ehefrau von Alexander Archipenko. Später folgte eine weitere Ehe mit Frances Archipenko-Gray.
Im Jahr 1923 wanderte der Künstler Archipenko nach
Amerika aus, wo er an verschiedenen Kunstschulen unterrichtete.
Erst lehrte er 1935/36 an
der bekannten Washington State University und gründete 1937 dann auch in Amerika eine
eigene Kunstschule, die „School of Creative Fine Arts“ in Chicago. Zudem war er als Dozent
an der Neuen Bauhaus Akademie tätig. Im Jahre 1939 kehrte er nach New York, die Stadt die
bei seiner Einreise in die USA sein erster Anlaufpunkt war, zurück.
Nach dieser Rückkehr
experimentierte der Künstler in den Folgejahren mit verschiedenen durchsichtigen Materialien
und fertigte unter anderem von innen beleuchtete Plastiken an.
Am 25. Februar 1964 verstarb Archipenko in New York. Der Nachlass des Wegbereiters
der Moderne ist zum Teil im Saarlandmuseum in Saarbrücken zu sehen. Diesem
Museum vererbte Archipenko 107 seiner Gipsmodelle. Dieses Erbe steht in einem engen
Zusammenhang mit dem guten Verhältnis zwischen dem Künstler und dem Museum, welches
für ihn im Jahre 1960 eine Retrospektive ausrichtete.
Initiator dieser Retrospektive war
der damalige Direktor Rudolf Bornschein, mit dem Archipenko eine Freundschaft pflegte.
Das Museum erwarb nach dem Tode des Künstlers noch zahlreiche Bronzen und weitere
Skulpturen und verfügt heute über eine bedeutende Sammlung, die einen beinahe lückenlosen
Überblick über das Schaffen des Künstlers während der Jahre 1908 bis 1963 bietet.