Jugendstil ist die deutsche Bezeichnung einer in Europa und Amerika verbreiteten Stilrichtung in den Jahren 1885/90- 1914, dessen Bezeichnung auf die 1986 in München gegründete Zeitschrift „Jugend“, mit dem Untertitel „Münchner Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben“, zurückgeht. Diese Epoche griff nicht auf alte, bereits vorhandenen Stile und Stilmittel zurück, sondern erfand sich neu.
Im Jugendstil entwickelten die Künstler zahlreiche Ornamente und neue Stilformen. Dazu gehörten florale Elemente wie Seerosen, verschiedene Liniengebilde und die Darstellung der Frau, als das Idealbild von Schönheit und von Harmonie, mit langen und wallenden Haar. In den Tierdarstellungen des Jugendstils fanden vor allem Fische, Pfauen, Schwäne, Käfer und Libellen Verwendung.
Der Jugendstil umfasste mit all seinen Formen die Gesamtheit des kulturellen Lebensumfeldes seiner Epoche, angefangen von dem Kunsthandwerk und der Kunst selber bis hin zu der Gestaltung des Wohnraums.
Weiterhin blieben auch die Architektur und die Buchgestaltung und die Plakatkunst nicht außen vor.
Das schöne und ästhetische Formempfinden spiegelt sich in zahlreichen und in dieser Epoche geschaffenen Möbelstücken, Schmuckstücken, Einrichtungsgegenständen und Bildern bis hin zur Gestaltung kompletter Wohnhäuser wieder.
Es bildeten sich mehrere Künstlergruppen in dieser Zeit, welche mit ihrem Wirken sowohl großen Einfluss auf diese Epoche ausübten als auch diese Epoche lebten. Zu den Künstlergruppen des Jugendstils zählten unter anderem Nabis und die Société des artistes indepéndants in Paris, die Darmstädter Künstlerkolonie in Deutschland oder Arts and Crafts in London.
Als bedeutende Künstler des Jugendstil sind der Österreicher Josef Franz Maria Hoffmann (1870- 1965), der Spanier Antoni Gaudi (1852- 1926) oder auch der Amerikaner Louis Comfort Tiffany (1848-1933) zu nennen.